„Keine ist frei solange nicht Alle frei sind!“- feministische anarchistische Antiknastkundgebung

Wann: 07.03.2021 um 15 Uhr
Wo: auf dem Parkplatz vor der JVA Chemnitz


german – english below

Knast ist ein Mittel des Staates, sozialen Problemen zu begegnen. Er soll dich „resozialisieren“. Du hast aber kaum Gelegenheit zur Selbstbestimmung und bist vom Rest der Gesellschaft isoliert. Jede*r Dritte landet nach Freilassung wieder dort, denn er hilft nicht Gefangenen, sondern der Herrschaftssicherung. Knast ist ein gewaltvoller und monotoner Ort. Das autoritäre Strafsystem verstärkt Diskriminierung und wirtschaftliche Ausbeutung.

Wenn auch Du denkst, dass Knast keine Lösung für individuelle und gesellschaftliche Probleme sein kann, dann komm mit uns am 07.03.2021 zur JVA Chemnitz. Dort wollen wir die Gefangenen ein Stück  aus der Isolation holen, uns gemeinsam über die Zustände im Knast informieren und unsere Solidarität zeigen.

Corona und Knast

Die Pandemie schafft Verunsicherung. Draußen und erst Recht im Knast. Es gibt weder Aufklärung noch genug Schutzmaßnahmen oder medizinische Voraussetzungen, Coronaausbrüchen im Knast zu entgegnen. Entlassungen zu Beginn der Pandemie setzten Menschen mit Nichts auf die Straße. Neben Angst vor Ansteckungen haben Gefangene mit der immensen Isolation zu kämpfen. Besuche wurden eingeschränkt oder ausgesetzt. Briefe und Telefone sind letzte, aber teure und damit unzugängliche Wege für Kontakt.

Armut und Gesundheit

Der Chemnitzer Frauen-Knast, wie jeder Knast weltweit ist ein Ort der Armut. Denn die Gesetze sind so gestaltet, dass sie Arme härter treffen als Reiche. Kleine Diebstähle oder das Nicht-Bezahlen-Können von Rechnungen können dich hinter Gitter bringen, während Dir das Geld für Anwält*innen fehlt. Wenn Du Stress und psychisches Leid mit Drogen betäubst, wirst Du kriminalisiert. Besonders durch patriarchale Gewalt Traumatisierte werden so für die Folgen ihres Traumas noch bestraft.

Wer ist im Knast

Menschen werden anhand des 2-Geschlechtersystems in Knäste einsortiert. Dabei ist oft nicht der Eintrag im Pass entscheidend, sondern welche Normen Körpern zugeordnet werden. Trans*, inter* und nicht-binäre Menschen sind besonders häufig von Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung betroffen. Im Knast erleiden sie dann psychische und physische Gewalt durch Mitgefangene und Personal. Psychotherapie, Beratungsangebote oder Zugang zu spezifischen medizinischen Leistungen fehlen meist.

Menschen, die Armut und Rassismus erfahren oder unter psychischen Erkrankungen leiden, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit eingesperrt als andere. Dies geschieht bspw. durch Ersatzfreiheitsstrafen oder rassistischen Polizeikontrollen. Die Biografien von inhaftierten Personen sind zudem häufig von zwischenmenschlicher Gewalt geprägt. Der Knast schafft hier keine Unterstützung oder Verbesserungen, sondern reproduziert und verschärft diese Gewalt und sichert somit bestehende Machtverhältnisse.

„Keine ist frei solange nicht Alle frei sind!“

Anreise:
Da es keine Demo geben wird, treffen wir uns vorm Knast auf dem Parkplatz. Es wird eine individuelle Anreise aus verschiedenen Städten geben.
Innerhalb Chemnitz für Zuganreise: mit der Strassenbahn vom Hauptbahnhof bis zur Haltestelle Technopark fahren. https://www.cvag.de/



english

„None is free until all are free!“ – feminist anarchist antiprison ralley

When: 07.03.2021 at 3 pm
Where: on the parking lot in front of the prison in Chemnitz

Prison is a means for the state to deal with social problems. It is supposed to “resocialize” you. But you have hardly any opportunity for self-determination and you are isolated from the rest of the society. Every third person ends up there again after release, because it doesn’t help prisoners, but to secure the status quo. Prison is a violent and monotonous place. The authoritarian penal system reinforces discrimination and economic exploitation.

If you also think that prison cannot be a solution for individual and social problems, then come with us to Chemnitz Prison on 07.03.2021. There we want to get the prisoners a bit out of isolation, inform ourselves together about the conditions in prison and show our solidarity.

Corona and jail

The pandemic creates uncertainty. Outside and especially in jail. There is neither information nor enough protective measures or medical requirements to counter Corona outbreaks in jail. Layoffs at the beginning of the pandemic put people with nothing on the streets. In addition to fear of infection, prisoners have struggled with immense isolation. Visits have been limited or suspended. Letters and telephones are last, but expensive and thus inaccessible, ways for communication.

Poverty and health

Chemnitz Women’s Jail, like every jail in the world is a place of poverty. That’s because the laws are designed to hit the poor harder than the rich. Small thefts or not being able to pay bills can put you behind bars, while you lack money for lawyers. If you use drugs to numb stress and psychological suffering, you will be criminalized. Especially those traumatized by patriarchal violence are punished for the consequences of their trauma.

Who is in jail

People are put in jail according to the 2-gender system. Often it is not the entry in the passport that is decisive, but which norms are assigned to bodies. Trans, inter and non-binary people are particularly often affected by discrimination, violence and criminalization. In prison, they then suffer psychological and physical violence from fellow prisoners and staff. Psychotherapy, counseling services or access to specific medical services are usually lacking.

People who experience poverty and racism or suffer from mental illness are more likely to be incarcerated than others. This occurs, for example, through imprisonment in default of payment of e fine or racist police controls. The biographies of incarcerated individuals are also often marked by interpersonal violence. Prison does not provide any support or improvement here, but reproduces and intensifies this violence and thus secures existing power relations.

Arrival:
Since there will be no demo, we will meet in front of the jail in the parking lot. There will be an individual arrival from different cities.
Within Chemnitz for train travel: take the tram from the main station to the Technopark stop. https://www.cvag.de/

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