Fürsorge kollektiv gestalten- Junisendung des Anarchistischen Hörfunkes aus Dresden

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Die Theorie wischt der Praxis nicht den Arsch ab – lautet eine zentrale These aus dem Buch „Links leben mit Kindern“ . Wir diskutieren in unserer Junisendung über ein Leben mit Kindern und Menschen, die Fürsorge brauchen. Wie können wir gemeinschaftliches Zusammenleben gestalten und was bedarf es dafür?  Wie bewegen wir uns im Spannungsfeld zwischen Selbstverwirklichung und gegenseitiger Verantwortungsübernahme? Und wie sehen gemeinschaftliche Konzepte aus, um dies zu verwirklichen? Diesmal im neuen Format: Wir diskutieren eine Stunde in kleiner Runde.
 
Also, viel Spaß beim Hören.
 
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Ein Gedanke zu „Fürsorge kollektiv gestalten- Junisendung des Anarchistischen Hörfunkes aus Dresden“

  1. Danke für diese interessanten Gedanken. Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber mir darüber Gedanken gemacht.
    Zwar habe ich noch nie in einer Wohngemeinschaft und erst recht nicht in einer Kommune gelebt. Somit weiß ich nicht, wie sie es dort gelöst haben.
    Meine geringen eigenen Erfahrungen:
    – Meine Freundin, die in der Nachbarwohnung lebt, kocht gern. Deshalb versorgt sie mich öfters mit Mittagessen.
    – Bei meinem Vater in einer anderen Wohnung wasche ich die gemeinsame schmutzige Wäsche.
    – Bei Familienfeiern oder politischen Diskussionen achteten wir gemeinsam auf die anwesenden Kinder. Teilweise spielten wir mit ihnen. Teilweise unterbrachen wir kurz, wenn sie etwas von uns wollten oder wenn sie Schutz oder Hilfe brauchten. Aber die meiste Zeit waren sie einfach da und beschäftigten sich mit sich selbst. Allerdings kann es sein, dass die Eltern einen gewissen Erziehungsstil haben, insbesondere festlegen, was ihr Kind darf und was nicht. Darauf sollte Rücksicht genommen werden. Aber eigentlich geht es darum, was die Bedürfnisse der Kinder und die aller anderen Personen ist und wie daraus ein Konsens entstehen kann.
    – Andere Eltern, insbesondere eine Alleinerziehende, beschweren sich über mangelndes Hinterland. Aber das liegt teilweise daran, dass sie denken, sie müssten sich allein um das Kind kümmern. Auch in der Sendung wurde darauf hingewiesen, dass es in der gegenwärtigen Gesellschaft eine große Überwindung sein kann, sich ganz selbstverständlich gemeinsam um Kinder zu kümmern: „Für die Erziehung eines Kindes wird ein ganzes Dorf gebraucht.“
    Somit kann ich mir gut vorstellen, dass Freund*innenkreise sich gegenseitig unterstützen, entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnissen, auch bei der Betreuung der Kinder. Das hilft einerseits den Eltern, andererseits lernen so auch (noch) Kinderlose, mit Kindern umzugehen. Das wurde ja in der Sendung zum Schluss angesprochen: Versorgungsgemeinschaft – Care community.

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